la bottega del calciofilo

Parole di calcio di Emanuele Giulianelli (@EmaGiulianelli)

Saarland: Die Geschichte einer Nationalmannschaft, die nur 7 Jahre lebte.

Das kurze Epos einer kleinen Nationalmannschaft, ihr Abenteuer im europäischen Fußball und die Weltmeisterschaft 1954.

deutsche Übersetztung von Daniele Giulianelli

(aus http://www.tuttocalciatori.net/notizie/2013/01/saarland-storia-di-una-nazionale-vissuta-sette-anni/)

Sieben Jahre. So lange dauerte das Dasein der Nationalmannschaft Saarlands. Das Saarland ist heute eines der sechzehn Bundesländer Saarland-NationalmannschaftDeutschlands und befindet sich im Süd-Westen zwischen Frankreich, Luxemburg und Rheinland-Pfalz.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Gebiet den Englisch-Französischen Mächten übergeben, bis es 1935 dem nationalsozialistischen Deutschland durch eine Volksabstimmung angeschlossen wurde. Nach der Niederlage im zweiten Weltkrieg wurde das Saarland ein französisches Gebiet. Als solches stiftete es 1950 eine eigene Fußballnationalmannschaft und trat der FIFA bei. 1954 war der saarländische einer der ersten Verbände, die die UEFA ins Leben riefen.
So hatte eine kleine Region, halb so groß wie Molise, ihre eigene stolze, kampfbereite Fußballnationalmannschaft, die auf die Spieler des Vereins 1.FC Saarbrücken gründete.

Die Geschichte der Clubmannschaften Saarlands verdient einen knappen Exkurs. In der Saison 1947-48 wurde die erste Edition der Ehrenliga Saarland bestritten, als Gruppe der deutschen Oberliga Südwest. Ab dem folgenden Jahr veranstaltete der SFV, der Fußballverband Saarlands, seine erste eigene Meisterschaft, bestehend aus 14 Mannschaften. Der 1.FC Saarbrücken nahm nicht teil, da sich der Verein lieber für die französische Division 2 anmeldete. Dennoch bestritt in der Saison 1948-49 die bekannteste Mannschaft des Landes die nächste Meisterschaft, die der Borussia VfB Neukirchen gewann.

Nach nur drei Saisons wurde die Meisterschaft Saarlands wieder in die deutsche aufgenommen und wurde somit wieder zu einem regionalen Wettbewerb. Die Nationalmannschaft feierte hingegen am 22. November 1950 im Ludwigsparkstadion in Saarbrücken ihr Debüt gegen die B-Nationalmannschaft der Schweiz. Die Jungs vom Trainer Auguste Jordan gewannen glanzvoll mit 5-3, nachdem sie in der ersten Hälfte 3-0 geführt hatten.
Die Aufstellung für dieses historische Debüt war: Erwin Strempel, Nikolaus Biewer, Heinrich Schmidt, Karl Berg, Peter Momber, Waldemar Philippi, Ewald Follmann, Kurt Clemens, Herbert Martin, Erich Leibenguth, Karl Schirra. Sieben Spieler aus der Startelf spielten beim FC Saarbrücken.

Drei andere Spiele bestritt das Saarland 1951, nochmal gegen die Schweiz B und zweimal gegen die B-Nationalmannschaft Österreichs. Es wurden zwei Siegen und eine Niederlage, diese gegen die Österreicher in Wien kassiert.
1952 spielte die kleine Nationalmannschaft zweimal (Heim und Auswärts) gegen die B-Nationalmannschaft Frenkreichs, mit einer knappen Niederlage daheim, in Straßburg kam aber ein 3-1 Sieg.
Das erste Spiel gegen die Franzosen war das Debüt des neuen Nationaltrainers, der westdeutsche Helmut Schön. Unter seiner Führung bestritt das Saarland seine ersten offiziellen Spiele, im Rahmen der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1954, die in der Schweiz stattfinden sollte; Gruppengegner waren Norwegen- und genau Westdeutschland.

Das Debüt in der Quali wurde für die Mannschaft von Schön zu einer großen Überraschung: am 24.Juni 1953 besiegten die Saarländer Norwegen in Oslo 3-2, durch die Tore von Herbert Binkert, Werner Otto und Gerhard Siedl. Das Ergebnis wurde umso wichtiger, denn die Norweger spielten fast zwei Monate später gegen die Favoriten aus Westdeutschland Unentschieden, auch diesmal in Oslo.
So trafen am 11 Oktober in Stuttgart Westdeutschland und die Mannschaft aus der kleinen deutschen Region, französischem Schutzgebiet Saarland, aufeinander. Zumal die Rollen waren diesmal andersherum: nach dem Unentschieden in Norwegen lagen die Westdeutschen nämlich hinter den Gegnern in der Tabelle. Saarland konnte den deutschen Frachter nicht bremsen, und so endete das Spiel mit einem eindeutigen 3-0. Bemerkenswert ist, dass zu dieser Gelegenheit zehn Spieler aus der Startelf Schöns Profis des FC Saarbrücken waren.
1952_saarland-deutschlandDas Jahr 1953 endete mit einem 0-0 im Rückspiel zu Hause gegen die Norweger. Im März 1954 fand dann das Ereignis statt, worauf das ganze Land jahrelang gewartet hatte: das Heimspiel gegen Westdeutschland. In einem randvollen Ludwigparkstadion kämpfte die saarländische Nationalmannschaft mit allen ihren Kräften gegen diejenige Mannschaft, die ein Jahr später Weltmeister wurde. Es endete zwar mit einer Niederlage, Saarland gönnte sich aber ein Tor. Das Endergebnis lautete nämlich 3-1 für die Westdeutschen; in der 69.Minute verwandelte Herbert Marin einen Elfmeter, und somit schoss er ein Tor, das in der Geschichte dieser kleinen Mannschaft legendär bleibt.

In den Jahren danach bestritt die Nationalmannschaft Saarlands andere Spiele – insgesamt wurden es neunzehn – bis zum 6.Juni 1956, als sie gegen Holland zu ihrem letzten Spiel auflief, das 3-2 für die Niederländer ausging.

Bevor sich der Fußballverband Saarlands dem deutschen anschloss, gab es noch Zeit für ein geschichstprägendes Ereignis: der 1.FC Saarbrücken nahm an dem Pokal der Landesmeister 1955-56 als Vertreter des kleinen Landes teil und musste in der ersten Runde gegen den AC Mailand von Schiaffino spielen. Die Mannschaft aus dem französischen Schutzgebiet gewann sogar das Hinspiel im mailänder Stadion San Siro mit 4-3, doch die Rossoneri drehten im Rückspiel die Partie durch ein deutliches 4-1 um und kamen so ins Achtelfinale durch.

Eine kleine Nationalmannschaft, die es nicht mehr gibt, eine kleine Klammer von sieben Jahren, irgendwo vergessen in der Geschichte des europäischen Fußballs. Die Herausforderung gegen das große Deutschland, der Stolz, einen Elfmeter verwandelt zu haben.
Das war das Saarland. Das ist “Stromberg non è un comodino”.(1)

Emanuele Giulianelli

(1)Rubrik des Autors dieses Artikels auf der Webseite http://www.tuttocalciatori.net (italienisch)

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